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dvd: weltenbauer der poesie

weltenbauer der poesie
die schule für dichtung in wien. videogespräche mit christian ide hintze
ein film von tina bara (68 min), sfd 2013

 

dvd + booklet (34 seiten)
versionen: deutsch UND > german with english subtitles (+booklet in engl.)
isbn: 978-3-9502118-5-6 (deutsche version) und 978-3-9502118-6-3 (engl. version)
preis: 20,- €

ide hintze zur geschichte der sfd, über eros, die straße, sappho, die glut, das kaffeehaus, schreiben im wasser etc. und anekdoten u. a. mit allen ginsberg, christian loidl, henri chopin, h. c. artmann, blixa bargeld, falco, friederike mayröcker.


der tod hinterlässt immer und überall fragmente: als christian ide hintze am 10. februar 2012 starb, war die idee eines künstlerportraits als work-in-progress gerade erst geboren. tina bara – bildende künstlerin, leiterin einer klasse für fotografie und bewegtbild an der hochschule für grafik und buchkunst in leipzig und ide hintze jahrelang freundschaftlich verbunden – interessierte als akademisch lehrende die poetische "gespaltenheit" des dichterfreundes, der als antiakademischer außenseiter sowohl die schule für dichtung mitbegründete als auch an der realisation des instituts für sprachkunst beteiligt war. eine solche dualität der leidenschaften in einer person musste schier zwangsläufig zu unkonventionellen formen von "lehren" und "lernen" jenseits der institutionalisierten wissensvermittlung führen. davon ist in "weltenbauer der poesie" viel die rede. unter anderem.

fragmente hinterlassen immer und überall lose enden: doch die waren bereits in baras grundkonzeption eingeschrieben. kein frage-antwort-spiel sollte es werden, keine schreibtisch-interviews, sondern ein freies assoziieren hintzes und reden an sfd-affinen orten. geschichten "sprechen sich selbst", anekdoten erinnern bilder, und ein beherztes namedropping verknüpft idole, mitstreiterInnen und weggefährtInnen zu einem cluster aus "oral history" und "poetischem act", wie h.c. artmann ihn gemocht hätte. ein paar namen? allen ginsberg, anne waldman, christian loidl, friederike mayröcker, henri chopin, falco, blixa bargeld ...

lose enden hinterlassen immer und überall die schöne chance des weiterspinnens: das oft nur angerissene, nicht zu ende erzählte, das unterbrechen des redeflusses durch kurze schwarzbilder und zwischentitel ("die poesiestation", "im wasser schreiben") – all diese puzzleteile einer ästhetik der bruchstücke summieren sich in tina baras "arbeit am portrait" zu einem ganzen, das gerade im fragmentarischen dem erweiterten kunst- und poesiebegriff ide hintzes gerecht wird. als dichter und lehrer des schwer in worte zu fassenden. tina fallen begriffe wie "spirit" und "energie" ein, wenn sie von ides "ausstrahlung, die bewegung und gemeinsames handeln erzeugte" spricht. und wahrscheinlich braucht es tatsächlich solche wörter aus den emotionalen zonen des uneindeutigen, wenn’s ans weiterspinnen gehen soll. und das soll es doch, oder?

fritz ostermayer für das team der sfd