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mit Poesie lässt sich gar nichts / übung

onlineklasse mit schriftsteller michael stavarič

 
kollektives schreibprojekt: kettenlyrik (à max. 4-6 zeilen, lt. vorgabe)

am ende der klasse soll ein neues langgedicht zum thema "mit Poesie lässt sich gar nichts" vorliegen.

 
"casual friday" (c) maria muhar (autorin, fotografin, künstlerin. exklusiv für die sfd)

 

michael stavarič:

Mit Poesie lässt sich gar nichts ... doch über eine solche kann man mit Fritz Ostermayer ganz wunderbar reden.

Ich habe mich dafür entschieden, im Rahmen einer Online-Klasse (Start am 9. juni) diverse Bausteine meines Poesiebandes zu brechen bleibt die See (2021 erschienen im Czernin-Verlag) erneut im Sinne eines "kollektiven Schreibprojekts" zu adaptieren und einzusetzen.

Die Buchpublikation selbst entstand unter ähnlichen Vorgaben: Ich legte meinen hierzu eingeladenen Autor*innen fertige Bausteine vor, klärte sie über Duktus und "Pflichtelemente" auf – und schon ging es los. Mit Poesie lässt sich wahrlich gar nichts – außer ganz wunderbare Dichter*innen zum Mitschreiben motivieren: Petra Piuk, Isabella Feimer, Andrea Grill, Katharina J. Ferner, Nancy Hünger, Helga Locher, Hanno Millesi, Martin Piekar, Helene Proißl, Julia Willmann, Tanja Raich und Barbara Rieger.

Wir stellten uns gemeinsam folgende Frage: Bleibt nicht das konsequente Negieren einer Sinnhaftigkeit von Poesie der einzig gangbare Weg, ihr zugleich die ultimativste aller Liebeserklärungen zu unterbreiten?

In diesem Sinne würde ich auch die Teilnehmer*innen meiner Online-Klasse auffordern, sich dieser Frage zu stellen. Sie auffordern, sich meinen Textbausteinen zu stellen, die ich im Laufe des Juni immer wieder einstreuen würde. Sie sollen der Ausgangspunkt einer eigenständigen poetischen Betrachtung sein, was Poesie alles NICHT vermag. Nach und nach werde ich diese Bausteine um die besten Passagen der Teilnehmer*innen ergänzen, die ich laufend neu arrangieren werde.

Alle Teilnehmer*innen erklären sich damit einverstanden, dass ich ausgewählte Passagen ihrer Beiträge regelmäßig neu kollagieren und arrangieren werde.

Alle Beiträge müssen mit den Worten "mit Poesie lassen sich keine ..." oder "mit Poesie lässt sich kein" ... oder "Poesie vermag keine ..." oder "Poesie ist so unnütz wie ..." oder etwas ähnliches, in allen denkbaren grammatikalischen Varianten beginnen.

Wie eine Kette sollen sich die einzelnen lyrischen Elemente zu einem großen Ganzen zusammenfügen lassen – und im Sinne eines Schreibkollektivs wird nicht kenntlich gemacht, wer was verfasst hat.

Am Ende des Monats wird dann hoffentlich ein neues Langgedicht zum Thema „mit Poesie lässt sich gar nichts“ vorliegen, das ich abschließend redigiere – und allen Teilnehmer*innen zur Verfügung stelle.

 

Beginn des Langgedichts:

Baustein 1. (Initial)

Mit Poesie lassen sich keine Mückenschwärme vertreiben, und es ist dabei einerlei, ob man mit einem Gedichtband wedelt oder fuchtelt. Die Mücken lassen auch so jeden

Anstand missen und fliegen einem mitten ins Herz, wo sie mit ihren Stechrüsseln wie Dartpfeile stecken bleiben.

 

die teilnahme an dieser klasse ist von 9. juni bis 7. juli 2021 möglich.
die teilnahme ist kostenfrei. einstieg jederzeit möglich. im menü oben teilnahme klicken.
sollte noch kein sfd-account vorhanden sein, einfach ab 9.6. >> hier registrieren.
alle textbeiträge, als auch die reviews von michael stavarič sind online für jede/n einsehbar.
michael stavarič wählt aus den beiträgen regelmäßig die fortsetzung aus, an die in der folge angeknüpft werden soll. am ende der klasse soll also ein vom schreibkollektiv verfasstes neues langgedicht (ähnlich wie bei stavaričs neuem buch "zu brechen bleibt die See") zum thema "mit Poesie lässt sich gar nichts" vorliegen, das online abrufbar ist – neu kollagiert und arrangiert von michael stavarič (s. klassenbeschreibung oben).

langgedicht aktueller stand:
lyrische litanei "mit Poesie lässt sich gar nichts" >> https://sfd.at/programm/2021/mit-poesie-laesst-sich-gar-nichts/langgedicht

 

michael stavarič

*1972 in brno (cssr) geboren, er lebt heute als freier schriftsteller, übersetzer und dozent in wien. studium der bohemistik, publizistik und kommunikationswissenschaft. stefan zweig poetikdozentur an der universität salzburg, literaturseminare an den universitäten bamberg, wien, münchen, prag, ollmütz, ostrau, brünn, braunschweig, würzburg, new york u.a.

preise: österreichischer staatspreis für kinder- und jugendliteratur, hohenemser literaturpreis, literaturpreis wartholz, adelbert-von-chamisso-preis, leselenz-preis für junge literatur u.a.

publikationen zuletzt: fremdes licht (luchterhand 2020), balthasar blutberg (luftschacht 2020), zu brechen bleibt die see (czernin 2021), faszination krake (leykam 2021).