beitrag von: Capa
Auf der Straße
aufgabe: 4 - ein gegenüber. dreizeiler über einen fremden menschen
Sterne in ihr nächtig Kleid gewoben, Und Schneeflocken aus den Himmeln oben Glitzern sterblich schön auf Schultern ihr und Haar.
schule für dichtung
vienna poetry school
Sterne in ihr nächtig Kleid gewoben, Und Schneeflocken aus den Himmeln oben Glitzern sterblich schön auf Schultern ihr und Haar.
Wieder ein Bekenntnis zu sehr unzeitgemäßer Sprache, die Gefahr läuft, etwas prätentiös zu wirken. Es ist kein „nächtiges Kleid“, sondern ein „nächtig Kleid“, in das Sterne gewoben sind. Alles erlaubt, nur wird mir das „nächtig“ so oder so nicht ganz klar, das wohl nichts mit „übernächtig“ zu tun hat, sondern „die Nacht betreffend“ oder eben „nachtartig“ heißen soll. Ich stelle mir das Kleid als nachtfarben, also dunkel vor, in das Sterne gewoben sind – ein schönes Bild. Vielleicht hätte ich mir mit einem „nachtfarbenen Kleid“ oder einem „Nachtkleid“ leichter getan. Ebenfalls unverständlich ist mir „sterblich schön“. Ich enträtsle es so, dass Schneeflocken im Moment ihrer Landung auf Schultern und Haar sich auflösen, also verenden, was ihnen eine besondere Schönheit verleiht. Das Gedicht bleibt ein bisschen hermetisch, jedenfalls sprachlich, ziert sich dagegen, verstanden zu werden. Was schade ist, weil die eingefangenen Eindrücke und Bilder sehr reichhaltig sind.
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Die Verknüpfung von Hermetik und Klassik ist Teil meines Stils. Die Deutung ist übrigens absolut richtig, also ist es vielleicht nicht gänzlich rätselhaft. Danke für Zeit und Anregung!