beitrag von: maximilianbuchmayr
zugluft
aufgabe: 4 - ein gegenüber. dreizeiler über einen fremden menschen
in der westbahn zwischen attnang und wels bei zweihundert kmh tränt eine träne aus ihrem auge
schule für dichtung
vienna poetry school
in der westbahn zwischen attnang und wels bei zweihundert kmh tränt eine träne aus ihrem auge
Ich mag die Knappheit der Sprache, die gut zur Rasanz der Zugfahrt passt. Auch die konkrete Verortung ist schön. Hoffentlich ist die Fahrt nicht in Wels zu Ende, sondern es geht danach noch weiter. Dass eine Träne „tränt“, also das macht, was sie selbst ist, ist gewagt, geht hier aber auf, finde ich. Ohne den Titel, der uns den Grund fürs Tränen gibt, würden wir sofort eine Traurigkeit vermuten, wo vielleicht gar keine ist. Übrigens fällt mir erst jetzt auf, dass man in Zügen die Fenster gar nicht öffnen kann, es „zieht“ hier nicht, sondern die Luft im Zug ist trocken, was die Träne erklärt.