beitrag von: Nebro
junge hunde
aufgabe: 5 - ein gegenüber. dreizeiler über einen vertrauten menschen
durch die nacht streunend verspielt wie junge hunde erlebe ich uns
schule für dichtung
vienna poetry school
durch die nacht streunend verspielt wie junge hunde erlebe ich uns
Hier wird die Aufgabe leicht ausgedehnt, statt eines einzelnen vertrauten Menschen darf ein Wir auftreten, das ein Ich „erlebt“. Habe da keine Bedenken. An dem Gedicht ist nichts falsch, nur eine kleine Überlegung möchte ich teilen. Indem das „erlebe ich uns“ ans Ende gesetzt wird, bezieht es sich für mich auf beide vorangestellten Zeilen. Da steht also sinngemäß: Ich erlebe uns „verspielt wie junge Hunde“ – und ich erlebe uns „durch die nacht streunend“. Angenommen, zweite und dritte Zeile würden Platz tauschen. Dann stünde da: durch die nacht streunend erlebe ich uns verspielt wie junge hunde Jetzt streunen sie durch die Nacht, und innerhalb dieses Streunens erlebt jemand „uns“ als „verspielt wie junge hunde“. Der Gedanke wird jetzt quasi behutsam in die Szene gesetzt, wie die Pflanze in einen Topf. Wir reden hier nicht von Tatsachen, sondern mehr von einer Empfindung, was eine Reihenfolge bedeutet. Wenn Sie das anders empfinden, dann ist das einwandfrei.
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Auch schön.
Mir gefällt an ihrer Überlegung, dass das Gedicht bildhafter wird und runder, quasi eine Klammer zum Titel schließt. Die Umstellung verschiebt den Fokus etwas weg vom Gegenüber hin zu einen reflektierenden Ich. Dadurch ginge auch Intimität verloren. Ich muss darüber nachdenken...
Vielen Dank fürs Teilen ihrer Gedanken.