beitrag von: Capa
Stimmungslandschaft
aufgabe: 6 - naturbeschreibung in haiku-form. wertungsfreie beschreibung von natur.
Des Waldhähers Zorn Zerschmettert den Sommertag In grelle Scherben.
schule für dichtung
vienna poetry school
Des Waldhähers Zorn Zerschmettert den Sommertag In grelle Scherben.
Ich habe mir den Waldhäher bzw. Eichelhäher angesehen und mir seinen Ruf angehört – tatsächlich etwas schrill. Gelungen finde ich die „grellen Scherben“, in die ein Tag „zerschmettert“ werden kann. Wertend erscheint mir der „Zorn“, das interpretiert in den Vogelruf allzu viel Emotion hinein, was ein bisschen abweicht von der Aufgabe, die der Haiku ursprünglich an uns stellt, nämlich einmal nicht in alles etwas hineinzuinterpretieren. Ein stimmungsvolles Gedicht, bei dem man den abschließenden Punkt vielleicht weglassen könnte.
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Der Waldhäher schreit aus Gründen. Z.B., wenn sein Revier gestört wird (er dient anderen Tieren dadurch sozusagen als Alarmanlage). Natürlich ist "Zorn" ein Begriff aus der Menschenwelt und dadurch automatisch wertend. Tatsächlich wäre auch "Schrei" möglich gewesen. Ebenfalls wertend, während mir das neutrale "Ruf" zu schwach wäre.
Danke in jedem Fall für das Feedback!