beitrag von: kallisto
Kiefernwald, CA
aufgabe: 6 - naturbeschreibung in haiku-form. wertungsfreie beschreibung von natur.
vogel fängt feuer singt in wipfeln, verglimmend dem erdboden gleich
schule für dichtung
vienna poetry school
vogel fängt feuer singt in wipfeln, verglimmend dem erdboden gleich
Wir zählen 5-7-5 Silben. Schön, dass wir hier in Gedichten auf Reisen gehen können und es uns sogar nach Kalifornien verschlägt. In Wien, Schleswig-Holstein und am Wolgangsee waren wir ja schon, auch im Zug zwischen Attnang und Wels. Weniger schön sind die im Gedicht erfassten Bilder. Im Waldbrand verendet ein Vogel, wir erleben ihn sogar „verglimmend“. Rein inhaltlich bezweifle ich, dass ein Vogel im Verglimmen noch „singt“, aber hier muss ja nichts wirklichkeitsgetreu sein, wie in der Malerei darf es abstrakt zugehen, auch impressionistisch oder expressionistisch. Gewagt ist die letzte Zeile, die einen Doppelsinn erzeugt. Der Vogel verglimmt, und ist darin „dem erdboden gleich“. Und gleichzeitig wird hier ein Wald „dem Erdboden gleichgemacht“. Eine sehr verdichtete Stelle, aber das geht sich für mich aus.
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Herzlichen Dank für das Feedback. Mir ist erst jetzt aufgegangen, dass man es auch so lesen könnte,
auf den Vogel bezogen. Mein Ausgangsbild waren eigentlich die (ver)glimmenden Wipfel, der Vogel kam erst später hinzu. Einen singenden und gleichzeitig verbrennenden Vogel hätte ich als Bild vermutlich auch etwas zu schräg gefunden.
Aber dann weiß ich jetzt, woran ich noch arbeiten kann.