beitrag von: SusanneSommer
pannonisch
aufgabe: 6 - naturbeschreibung in haiku-form. wertungsfreie beschreibung von natur.
Grasmückengeflirr Schilfrohrgewirr wachsam, licht dürrt die Sonne flach
schule für dichtung
vienna poetry school
Grasmückengeflirr Schilfrohrgewirr wachsam, licht dürrt die Sonne flach
Wir zählen 5-7-5 Silben. Hier wird nur beschrieben, nicht gewertet, nirgends tritt ein Mensch auf, das möchte ich lobend erwähnen. Der Titel versetzt uns ins Burgenland. Für unsere deutschen Freunde: Das östlichste Bundesland Österreichs, wo es keine Berge, dafür sehr guten Wein gibt. Vielleicht befinden wir uns am Neusiedlersee, der sehr flach ist und an Wassermangel leidet. Das würde passen, denn Mücken gibt es an seichten Gewässern, und Schilf wächst dort auch. „Grasmückengeflirr“ ist eine schöne Wortschöpfung. Nur in der letzten Zeile runzle ich nachdenklich die Stirn. Die Sonne „dürrt“, aber was heißt das? Es kommt von Dürre, die Sonne trocknet also aus. Vielleicht „dörrt“ die Sonne, was vom Dörren kommt, wo ebenfalls Wasser entzogen wird. Nur ein Detail, das mich aber irritiert hat wie eine lästige Mücke.
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... oder ist "dürren" eine Wortschöpfung, soll "dürr machen" heißen, und "licht" ist Subjekt? Vielleicht wird ein Phänomen der Luftspiegelung, der Lichtbrechung beschrieben?