beitrag von: MarGru
Bauch, Nebel, schau!
aufgabe: 3 - fensterblick. dreizeiler über den blick aus dem fenster.
Mach deine flaue Magengrube zur Wellnesshöhle Die Welt ist vor deinem Fenster zu Ende Denk nur so weit du sehen kannst
schule für dichtung
vienna poetry school
Mach deine flaue Magengrube zur Wellnesshöhle Die Welt ist vor deinem Fenster zu Ende Denk nur so weit du sehen kannst
Beim Titel frage ich mich, ob da auch eine Anspielung auf die „Nabelschau“ stecken soll, so oder so werde ich aus ihm nicht ganz schlau. Die „Wellnesshöhle“ habe ich zuerst wörtlich genommen – dass man sich gezielt möglichst bekömmliche, gesunde Nahrungsmittel zuführt und dabei einem Trend anhängt. Als Metapher lese ich darin, die „flaue Magengrube“ nicht zuzulassen, also alles, was einen irritieren oder verstören könnte, auszublenden. Das halte ich für wahrscheinlicher, dann passt es auch zum Rest. Originell ist die Interpretation der Aufgabe. Anstatt einen Blick aus dem eigenen Fenster zu beschreiben, geht es um den Blick eines anderen, dessen Welt nicht einmal bis zum eigenen Gartenzaun reicht, sondern schon „vor deinem Fenster“ zu Ende ist. Das Du wird direkt angesprochen, darin steckt eine Anklage. Die letzte Zeile wird dann sarkastisch, weil es das Gegenüber noch darin bestätigt, den eigenen Horizont nicht zu erweitern. Vielleicht gäbe es dafür ja einen einfacheren, verständlicheren Titel.
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Erwischt: die Anspielung auf "Bauchnabelschau" war intendiert - mit dem Gedanken, dass vor dem Fenster der Nebel die Sicht einschränkt. Aber das war zu viel gewollt, wie ich nun einsehe. Es funktioniert wohl auch ohne Nebel.
Weitsicht - mit uns nicht!
Mach deine flaue Magengrube zur Wellnesshöhle
Setz der Welt vor deinem Fenster ein Ende
Denk nur so weit du sehen kannst