beitrag von: bihamme19
Wetterumschwung
aufgabe: 3 - fensterblick. dreizeiler über den blick aus dem fenster.
Vom Föhn über die Schneefläche gejagt flieht die Blätterherde vor der heranrückenden Wolkenfront
schule für dichtung
vienna poetry school
Vom Föhn über die Schneefläche gejagt flieht die Blätterherde vor der heranrückenden Wolkenfront
Eine Aufzählung starker Bilder. Sofort musste ich recherchieren, ob es im Winter bei Schneeflächen eigentlich Föhn gibt, also diesen berühmten warmen Fallwind. Anscheinend schon, auch wenn ich sowas nie erlebt habe, bin aber auch kein Windexperte. Eine rein inhaltliche Frage, quasi zum Plot des Gedichts: Einerseits „flieht“ die Blätterherde vor der Wolkenfront – andererseits wird sie ja vom Föhn „gejagt“, es gibt also zwei Jäger, zwei Täter. Da haben sich Föhn und Wolkenfront zusammengetan gegen die armen Blätter. Es handelt sich zwar um eine reine Naturbetrachtung, aber durch die Verben „jagen“ und „fliehen“ wird eine klare Wertung vorgenommen. Absolut berechtigt, in der Natur geht es ja oft ordentlich zur Sache.
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Mir gefällt das Wort "Blätterherde". Es weckt bei mir einmal die Erinnerung an Rilkes Weihnachtsgedicht ("Es treibt der Wind im Winterwalde/die Flockenherde wie ein Hirt"), und ich assoziiere zugleich fliehende Gnuherden in der Serengeti, gefilmt aus einem Flugzeug, gesehen in einem Tierfilm.