beitrag von: trivialpoet
japanischer bernstein
aufgabe: 3 - fensterblick. dreizeiler über den blick aus dem fenster.
[ in siebzehn silben / dieser welt / ein bild entbunden / zeit / verschwunden ]
schule für dichtung
vienna poetry school
[ in siebzehn silben / dieser welt / ein bild entbunden / zeit / verschwunden ]
Die eckigen Klammern als Rahmen verstehe ich nicht ganz – handelt es sich vielleicht um das Fenster? Diese Deutung gefällt mir, also will ich die Klammern gar nicht mehr weiter behelligen. Gemeinsam mit den vielen Schrägstrichen machen sie alles sehr unruhig, was bestimmt gewollt ist. Unter anderen Umständen würde ich davon abraten, aber hier passt die Form zum Inhalt: Das Gedicht reflektiert die Struktur von Gedichten und die Frage, wie viel man eigentlich in nur siebzehn Silben festhalten kann. Es geht also um Form, da legen uns die Trennstriche nahe, genauer über das einzelne Wort bzw. die einzelne Sinneinheit nachzudenken. Unsicher bin ich bei „entbunden“. Jemanden von etwas „entbinden“ heißt ja etwas anderes, jemandem etwas „entbinden“ ist eine Erfindung, die nicht nur deshalb verwendet werden sollte, damit es sich auf „verschwunden“ reimt. Das will ich gar nicht unterstellen, nur darauf hinweisen.
Lieber Herr Meschik,
vielen Dank für ihre Rückmeldungen und die Gelegenheit, die Grenzen von Kurzgedichten auszuloten. Eben auch den rein deskriptiven Rahmen traditioneller Haiku zu verlassen.
Ihnen alles Gute und viel Freude an der kreativen Arbeit.
M.K.
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Ich mag die [] natürlich genau, weil ich sie nicht versteh! Fast fänd ichs schad, erklärten sie sich als die vertikalen Elemente eines Fensterrahmens; das wär mir eine Entzauberung. Lieber will ich eh, dass sie von der Festlegung auf einen einzigen Zweck als Aufgabe entbunden werden ;)