beitrag von: sonjama
o.T.
aufgabe: 6 - naturbeschreibung in haiku-form. wertungsfreie beschreibung von natur.
Regen fällt herab Sonne wärmt die kühle Luft langsam taut das Eis
schule für dichtung
vienna poetry school
Regen fällt herab Sonne wärmt die kühle Luft langsam taut das Eis
Wir zählen 5-7-5 Silben. Das Gedicht bildet viele Vorgänge in der Natur geduldig ab. Mir gefällt die einfache, klare Sprache, auf die es selbstbewusst vertraut. Kleine Hinweise meinerseits. Der Regen „fällt“, das impliziert für mich bereits, dass er „herab“ fällt. Wohin denn sonst? Fallen lässt sich anders nicht verstehen. Das ist natürlich nicht falsch, aber wenn man sich vom „herab“ trennt, hätte man zwei Silben gewonnen, die für den Regen zur Verfügung stehen. Der Widerspruch in der zweiten Zeile ist Absicht. Die Luft ist immer noch kühl, wird aber von der Sonne gewärmt. Zuerst hat mich das gestört, aber je länger ich darüber nachdenke, desto einverstandener bin ich damit.
Bei diesem ‚Leichter Regen fällt‘ als Zeile eins, Rest bleibt gleich. Danke nochmals. :)
es können momentan keine kommentare verfasst werden.
kommentare können nur geschrieben werden:
Guter Hinweis, danke! Beim Silben zählen stelle ich fest, dass ich manchmal Naheliegendes nicht mehr bemerke, nur um die Form einzuhalten. Insofern werde ich künftige Haikus lieber freier schreiben als 5-7-5.