beitrag von: nonvisualobjects
verloren
aufgabe: 5 - ein gegenüber. dreizeiler über einen vertrauten menschen
Der Ehering entpuppte sich als hartgewordene Kruste seines Nasensekrets, eingewickelt in ein vergilbtes Stofftaschentuch.
schule für dichtung
vienna poetry school
Der Ehering entpuppte sich als hartgewordene Kruste seines Nasensekrets, eingewickelt in ein vergilbtes Stofftaschentuch.
Das Gedicht „schweinigelt“ ein bisschen, übertreibt es dabei aber nicht. In der zweiten Zeile entdecke ich eine Tautologie, also eine unnötige Dopplung: Eine Kruste ist ja bereits hart, das macht sie aus, es würde also reichen, von „verkrustetem Nasensekret“ zu sprechen. Wie dieser Rotzring mit einem Ehering verwechselt wird, übersteigt mein Vorstellungsvermögen, aber er war ja in ein Stofftaschentuch gewickelt. Die Szene ist so seltsam, dass sie kaum erfunden sein kann. Die größten Seltsamkeiten sind immer aus dem Leben gegriffen. Ich glaube wirklich, da hat jemand in einem alten Taschentuch einen Ring vermutet, es war dann aber nur eingetrockneter Rotz. Schade. Fürs Gedicht ist es natürlich egal, das darf auch alles erfinden.