beitrag von: MinaRe
still
aufgabe: 3 - fensterblick. dreizeiler über den blick aus dem fenster.
Horch wie schön der Schnee von gestern schweigt Zärtlich Liegt ein Gebet zwischen den Zeilen
schule für dichtung
vienna poetry school
Horch wie schön der Schnee von gestern schweigt Zärtlich Liegt ein Gebet zwischen den Zeilen
Mir fällt auf, dass der Blick mit einem akustischen Reiz verbunden wird, was natürlich erlaubt ist – der Schnee wird erstaunlich bildhaft. Die erste Zeile ist besonders poetisch. Dass es verschiedene Arten des Schweigens gibt, wissen wir Dichterinnen und Dichter, und „schön schweigen“ hat war. Auch die Aufforderung, auf etwas zu hören, das nicht da ist, gefällt mir. Die erzeugte Stimmung ist ganz klar und eingängig, persönlich ist mir da die zweite Zeile zu viel. Das schöne Schweigen, ein Gebet – das ist alles schon so bedächtig. Noch so ein Beschreibungswort empfinde ich als Übertreibung. Sie könnten da experimentieren, etwas hinsetzen, das mich beim Lesen dann selbst diese „Zärtlichkeit“ empfinden lässt. Nur ins Blaue probiert zum Beispiel: Horch wie schön der Schnee von gestern schweigt Fast Liegt ein Gebet zwischen den Zeilen
Das freut mich. Übrigens fällt mir jetzt erst die Zweideutigkeit vom "Schnee von gestern" auf. Toll, wenn man beim wiederholten Lesen immer wieder etwas Neues entdecken kann!
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das "fast" ist perfekt. so viel mehr an Möglichkeit als die Zärtlichkeit an der Stelle auszudrücken vermag bzw. das, was es ja mitgeben mag als Einladung. Vielen Dank.