beitrag von: claudy
unter uns
aufgabe: 2 - lebensraum. dreizeiler über ein bewohntes zimmer.
der Hund liegt mir zu Füßen. dass unter uns kein Boden ist - er wird es nie verstehen.
schule für dichtung
vienna poetry school
der Hund liegt mir zu Füßen. dass unter uns kein Boden ist - er wird es nie verstehen.
Was ich wiederum an diesem warmherzigen, richtig heimeligen Gedicht nicht ganz verstehe: Das Beharren auf Kleinschreibung bei gleichzeitigem Punkt-Einsatz. Ich erkenne da einen Widerspruch, weil trotz Punkt mit kleinem „dass“ fortgesetzt wird. Die neue Zeile schafft ja ohnehin eine Zäsur. Möchte hier nur zum Nachdenken anregen: All diese Details sind Werkzeuge, um Hierarchien und damit Sinn-Ebenen zu schaffen – man muss nur für sich selbst genau wissen, was man wo warum wie einsetzt. Wenn das so ist, dann hat alles seine Gültigkeit. Aber vielleicht aufschlussreich für Sie, worüber jemand ganz unbefangen beim Lesen stolpert. Mir geht es ähnlich wie dem Hund: Ich verstehe nicht, dass unter uns kein Boden ist. Da ist doch ein Boden – immerhin liegt da der Hund drauf! Wie liegt er einem denn sonst „zu Füßen“. Ich finde es in Ordnung, das nicht zu verstehen, vielleicht ist das ein Insider-Gag zwischen Mensch und Hund.
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Mit dem Dreizeiler wollte ich u.a. ausdrücken, dass ein Hund in jeder Situation - auch, wenn jemandem "der Boden unter den Füßen weggezogen wird" - bei seinem Menschen bleibt, ihn sozusagen "erdet".