lukas meschik
double feature nabelschau - dreizeiler

lukas meschik (aut) double feature nabelschau

beitrag von: nhimmelsbach

double feature nabelschau

aufgabe: 1 - innenschau. dreizeiler über empfindung, gefühlswelt.

zwischen zwei spiegeln
spukhaft verschränkt
hundertfaches selbstgespenst

review von: Lukas Meschik

Mir gefällt der Sprachmix im Titel, der die Wörter einfach selbstbewusst hinsetzt, weil sie gemeinsam gut klingen. Das Gedicht erkennt die poetische Dimension der Wissenschaft, genauer gesagt der Quantenphysik, die ja irgendwann in Philosophie übergeht. Die „spukhafte Fernwirkung“ ist reine Poesie, auch die Quantenverschränkung. Sie übertragen das gekonnt in Gedichtform. „selbstgespenst“ ist ein tolles Wort. Lesen wir es uns laut vor, da sprühen vor Zischlauten die Funken. 

Eine einzige Sache könnten Sie sich überlegen: „hundertfach“ ist zwar sehr viel, und wirklich wahrnehmen könnte man zwischen zwei Spiegeln in der Praxis sowieso viel weniger, aber in der Theorie würde es nie aufhören, und wir bewegen uns ja in abstrakten Sphären. Sie könnten so etwas Gewagtes wie „unzählbares selbstgespenst“ schreiben, die Unendlichkeit ist ja ein wichtiges Element in der theoretischen Physik.

kommentare

Natalie Himmelsbach
20.02.2026 12:41

vielen lieben Dank, ja, das würde ich sehr gerne übernehmen - "unzählbares selbstgespenst" finde ich sehr schön und trifft die optische Erscheinung ganz ausgezeichnet.

Natalie Himmelsbach
23.02.2026 17:51

außerdem fügt "unzählbares" noch ein sehr hübsches zusätzliches Zischen mit hinein:)

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