beitrag von: natalie
Rote Wangen
aufgabe: 4 - ein gegenüber. dreizeiler über einen fremden menschen
Er stolpert über Wurzeln Klammert sich an seine Pfandflaschen für Halt Während die anderen den asphaltierten Weg hinunter flanieren
schule für dichtung
vienna poetry school
Er stolpert über Wurzeln Klammert sich an seine Pfandflaschen für Halt Während die anderen den asphaltierten Weg hinunter flanieren
Sie fangen da eine alltägliche Szene ein, für die wir leider schon unempfindlich geworden sind. Es sollte uns immer einen Stich geben, wenn jemand verbissen nach Pfandflaschen sucht. Besonders gelungen finde ich die Kontraste, die Sie herstellen: Da ist ein Einzelner, dort die Gruppe; er stolpert über Wurzeln, die anderen sind am glatten Asphalt; er stolpert, die anderen flanieren. Klare, starke Bilder. Sie könnten alles ein bisschen vereinfachen und kürzen. In diese Richtung: Er stolpert über Wurzeln Hält sich an seinen Pfandflaschen fest Die anderen flanieren am Asphalt Wenn sich jemand an etwas festklammert, ist eigentlich klar, dass es „für Halt“ geschieht, also könnte sich derjenige gleich „an etwas festhalten“. Das „Während“ halte ich auch für überflüssig. Als zeitliche Einordnung brauchen wir es nicht, uns ist eh klar, dass es gleichzeitig passiert; und als Vergleich brauchen wir es auch nicht, weil es auch so einer ist. Der „asphaltierte Weg“ könnte schlicht Asphalt sein. Will Ihnen da keine Sachen vorkauen, aber lege Ihnen nahe, sich davon inspirieren zu lassen.
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