beitrag von: konradherzig
still
aufgabe: 4 - ein gegenüber. dreizeiler über einen fremden menschen
Im Hinterhof ich hör den Nachbarn beim Nichtleben
schule für dichtung
vienna poetry school
Im Hinterhof ich hör den Nachbarn beim Nichtleben
Ein Gedicht, das auf eine einzelne Wortschöpfung zusteuert: „Nichtleben“. Wer nicht lebt, muss nicht unbedingt tot sein, da würde er eher „nicht mehr“ leben, es vermittelt uns eher, dass hier jemand so geräuschlos, so „still“ lebt, dass die Umgebung kaum Notiz von ihm nimmt. Wieder erreicht uns das Portrait eines fremden Menschen als seine Abwesenheit. Stilsichere Melancholie.