beitrag von: claudy
Schatten-Ich
aufgabe: 1 - innenschau. dreizeiler über empfindung, gefühlswelt.
Zweifel catchen mich und mittendrin da kauert etwas auf scheinbar toten Träumen
schule für dichtung
vienna poetry school
Zweifel catchen mich und mittendrin da kauert etwas auf scheinbar toten Träumen
Anglizismen sind grundsätzlich cool. (Quod erat demonstrandum.) Ich finde aber, sie sollten etwas transportieren, was ohne sie weniger präzise gewesen wäre. Wenn mich etwas „catcht“, dann fängt es mich ja eigentlich nicht auf bedrohliche Weise, sondern dann „verfängt“ es, also es taugt mir, es ist leiwand. Wenn „Zweifel“ einen „catchen“, dann faszinieren sie mich – was hier wahrscheinlich nicht gemeint ist. Sonst lauern hier starke, klare Bilder. „Tote Träume“ ist wirklich gut, da wird sich jeder etwas ganz anderes vorstellen, und was da kauert, ist wahrscheinlich dieses Schatten-Ich aus dem Titel, eine Art böser Zwilling. Wie gesagt würde ich nur hinterfragen, ob es „catchen“ eigentlich braucht, oder ob es anderswo bessere Spielplätze für so etwas gibt, sonst wirkt es ein bisschen gewollt.