beitrag von: InaMcNamara
Beware of the red red line
aufgabe: 4 - ein gegenüber. dreizeiler über einen fremden menschen
sagt sie, ich versteh kein Wort und frag mich, wieso immer alles auf Englisch gesagt werden Schluss
schule für dichtung
vienna poetry school
sagt sie, ich versteh kein Wort und frag mich, wieso immer alles auf Englisch gesagt werden Schluss
Da bin ich mir nicht sicher, ob alles genau so gewollt ist. Wirklich eine „red red line“? Mein Kopf will das sofort ausbessern zur „thin red line“, die als Wendung sehr geläufig ist. Am Ende stolpere ich über den „Schluss“, wo der Kopf ein „muss“ einsetzt, aber das wirkt absichtlich und soll uns wahrscheinlich irritieren. Ich schätze, das ist ein aufgeschnapptes Telefonat unterwegs. Wie schon anderswo gesagt, halte ich das für eine ergiebige Quelle für geheimnisvolle Wortanhäufungen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Schön finde ich, dass es keinerlei Äußerlichkeiten zu dieser „sie“ gibt, wir erfahren über die Person nur, was sie von sich gibt, und dass es einen nervt. So entsteht bei jedem ein völlig anderes Bild, das auf seltsame Weise konkret ist. Wahrscheinlich weil da wieder der Kopf ein Bild aus einer Erinnerung einsetzt.
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Meine Lesart, mit Sinn für mehr Drama: Sie (wer auch immer) warnt das Ich vor der sehr gefährlichen (red red) Linie (was für eine auch immer). Da das Ich aber kein Englisch kann (außer den Wortlaut wiedergeben und erkennen, dass es sich um die englische Sprache handelt), übertritt es die Linie und – etwas Schreckliches passiert (was auch immer), weshalb es seinen Satz nicht mehr wie geplant vollenden kann –
so gelesen ein starker Kontrast zwischen Lebensgefahr und quasi selbstmörderischem Sprachpurismus.