review von: Lukas Meschik
Ein seltenes Vergnügen, dass wir hier das AAA-Reimschema vorgeführt kriegen – übrigens ein sogenannter „Haufenreim“, wie ich selbst erst jetzt gelernt habe. Das Gedicht scheißt sich nix, ist saulang, eine richtige kleine schwarze Komödie. Der gewählte Titel setzt diesem bitteren Witz die Krone auf. So ein Hundehass lässt mein Goldenes Wiener Herz gleich höher schlagen, schon Georg Kreisler wollte ja Tauben vergiften im Park. Der Twist am Ende, dass man mit seinen Tötungsfantasien nur zurechtkommt, indem man dem potentiellen Opfer scheißfreundlich begegnet, fängt eine Hinterfotzigkeit ein, wie man sie eben Wienern nachsagt. Kleiner Einwand: Es ist ein Sommergedicht, also bestimmt nicht jetzt entstanden. Nicht verboten, seine bereits vorhandenen Gedichte in den Ring zu werfen, aber es wäre jetzt die Gelegenheit, gemeinsam in Echtzeit draufloszudichten.
Doch, doch, das ist tatsächlich jetzt und für diese Klasse hier entstanden - beim Blick aus dem Fenster: Keine Beobachtung, eine Erinnerung. Ich fand die Zuordnung zu Nr. 4 allerdings dann treffender. Danke jedenfalls für das Wertschätzen meines Wiener Geistes!