lukas meschik
spucke - dreizeiler

lukas meschik (aut) spucke

beitrag von: Vago

spucke

aufgabe: 3 - fensterblick. dreizeiler über den blick aus dem fenster.

linksnebenunteruns ein bmw-cabrio.
der fahrer trägt sonnenbrille, er fährt einhändig und schnell.
klebrige spucke bildet sich in meinem mund - nur ein fenster trennt uns von meinem glück.

review von: Lukas Meschik

Es steigt gleich ein mit einer gewagten Zusammenstauchung, die perfekt funktioniert. Man kennt sich sofort aus. Das Beiwort „klebrig“ wäre vielleicht nicht nötig, es unterstreicht aber noch die Ekligkeit der Spucke. Ein Hinweis zum Plot des Gedichts: Der Fahrer fährt ja „schnell“, wahrscheinlich so ein Arschlochfahrer, der den Motor aufbrummen lässt, weil er damit etwas kompensieren muss, ich kenne und hasse die auch. Ginge sich da der Gedankengang, das Spuckesammeln und überhaupt das potentielle Spucken überhaupt aus? Könnte der Fahrer ein bisschen langsamer fahren, damit das Anspucken möglich wäre? Das wäre schön, dann steht diesem Glück nichts mehr im Wege. Außer natürlich das Fenster. Übrigens fein gearbeitet, dass ein Fenster „uns“ von „meinem“ Glück trennt. Da sieht man wieder, dass des einen Glück des anderen Unglück sein kann, aber beide wären gleichermaßen an der Szene beteiligt.