beitrag von: Britta
Sachen
aufgabe: 2 - lebensraum. dreizeiler über ein bewohntes zimmer.
Die Mandoline habe ich eingepackt, auch die Opiumpfeife und den grünen indischen Elefanten. Bücher und lose Zettel in Kartons, abholbereit.
schule für dichtung
vienna poetry school
Die Mandoline habe ich eingepackt, auch die Opiumpfeife und den grünen indischen Elefanten. Bücher und lose Zettel in Kartons, abholbereit.
Ein sehr stilsicheres Gedicht. Der Titel ist ganz pragmatisch und nüchtern, es sind eben „Sachen“, die noch nicht benannt oder irgendwie aufgeladen werden. Die aufgezählten Dinge erledigen das dann selbst. Mandoline, Opiumpfeife, indischer Elefant – exotische Artefakte eines reisefreudigen Lebens, die auch Reliquien sein könnten, Überbleibsel und Überreste. Allein durch das nachgestellte „abholbereit“ wohnen wir einem Abschied bei – ist jemand gestorben, muss jemand ins Pflegeheim? Blödsinn, dafür gibt es keinen Anhaltspunkt, wahrscheinlich zieht einfach jemand um. Was wir so ansammeln im Leben, sagt eigentlich alles über uns. Das Gedicht beschränkt sich aber nicht auf eine schlichte Aufzählung, es erzählt darin noch eine Geschichte, lässt ein Ich auftreten und stellt ein Ende von etwas in den Raum. So ist das Zimmer nicht nur Schauplatz, sondern fast schon Figur, auf jeden Fall Erzähler.
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Für mich klingt das Gedicht, als ob ein ganzer Lebensabschnitt weggepackt wird... sehr ausdrucksstark finde ich.