beitrag von: MarGru
Wohnanzeige versus Wohngefühl
aufgabe: 2 - lebensraum. dreizeiler über ein bewohntes zimmer.
„Ein-Zimmer-für-immer, hoch und groß genug, passt perfekt …“
Mein Fuß schwebt über der Schwelle, mein Eindruck steht fest:
„… um sich aufzuhängen und nie gefunden zu werden“
review von: Lukas Meschik
Selten stoßen wir bei diesem Projekt auf eine direkte Rede. Hier spricht jemand vielleicht gar nicht mit einer anderen Person, sondern mit sich selbst. Subtil ist die zweite Zeile, da „schwebt“ ein Fuß, während ein Eindruck „feststeht“. Jemand ist also in der Bewegung erstarrt, beim Betreten dieses vermeintlich so tollen Zimmer, das sich bei genauerer Betrachtung aber nur dazu eignet, sich aufzuhängen. Das ist schwarzer Humor, an dem ich nichts auszusetzen habe.
Vielen Dank für das Feedback.
Texte soll man ja nicht erklären, aber die erste Zeile war gedacht als der Text der Immobilienanzeige (oder auch des Sprechens des Maklers, der daraus zitiert, um die Wohnung zu lobpreisen) und die letzte Zeile die Ergänzung des Wohnungssuchenden (in Gedanken oder auch ausgesprochen).
Verstanden als direkte Rede stimmt es mich aber schon zufrieden.
Alternative Gestaltung:
Ohne Anführungszeichen wäre es wohl unklar.
Hier nicht möglich, aber zum Beispiel durch Fettsetzung von Zeile 1 und Kursivsetzung von Zeile 3 gäbe es auch eine Unterscheidung (alles ohne Anführungszeichen).
Alternativen:
Wohnanzeige versus Wohngefühl
Ein-Zimmer-für-immer, hoch und groß genug, passt perfekt …
Mein Fuß schwebt über der Schwelle, mein Eindruck steht fest
… um sich aufzuhängen und nie gefunden zu werden
Wohnanzeige versus Wohngefühl
Ein-Zimmer-für-immer, hoch und groß genug, passt perfekt …
(Mein Fuß schwebt über der Schwelle, mein Eindruck steht fest)
… um sich aufzuhängen und nie gefunden zu werden