beitrag von: u.titelbach
hände sind wände
aufgabe: 2 - lebensraum. dreizeiler über ein bewohntes zimmer.
hände sind wände die in stillen ecken nach einander greifen
schule für dichtung
vienna poetry school
hände sind wände die in stillen ecken nach einander greifen
Dass Hände Wände sind, finde ich sprachlich schön, aber inhaltlich schwierig. So eine Behauptung erzeugt ein Bild, und wie jedes Bild sollte man es möglichst vor sich sehen können. Hier fällt mir das schwer, aber ich gebe mir Mühe. Wände dienen der Abgrenzung und Abschirmung, das können Hände leisten. Nur fehlt mir sonst der Zusammenhang. Übrigens bezieht sich die beschriebene Tätigkeit, das Greifen, ja auf die Hände – vielleicht sollte dann die Reihenfolge in der ersten Zeile geändert werden. Und wo wird da ein Zimmer bewohnt? Um das würde es bei der Übung ja gehen. Das Gedicht handelt von Händen und wandelt nicht an Wänden. (Sorry, konnte ich mir nicht verkneifen.) Wie immer braucht es die selbstkritische Frage: Heißt das alles auch etwas oder klingt es nur nach etwas? Und wie immer gilt: Weiterschreiben und sich nicht den Spaß verderben lassen.