beitrag von: JuMa
im Tal
aufgabe: 6 - naturbeschreibung in haiku-form. wertungsfreie beschreibung von natur.
zwischen Berg und Berg fällt Licht und Schnee aus einem sehr kleinen Himmel
schule für dichtung
vienna poetry school
zwischen Berg und Berg fällt Licht und Schnee aus einem sehr kleinen Himmel
Ein sehr atmosphärischer Haiku, der die Natur als etwas Offenes und Großes darstellt. Er zeigt, dass es keine Wortschöpfungen braucht, um originelle Bilder herzustellen. „Zwischen Berg und Berg“, ganz einfach und klar, aber viel schöner als „zwischen zwei Bergen“, denn so darf jeder für sich stehen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Der „sehr kleine Himmel“ fasziniert, weil es eine Unterscheidung trifft zwischen dem Himmel als abstraktes „Oben“ und dem Himmel als wolkenlose Fläche, die sich erst durch eine Wolkenschicht kämpft. Oberlehrerhaft wende ich ein, ob bei „Licht und Schnee“ aus dem „fällt“ nicht ein „fallen“ werden sollte. Für die Silbenzahl wäre das egal, der Haiku bliebe intakt.
Stimmt, "fallen" hat nur deshalb bei mir eine Silbe, weil ich es schlampig wie "falln" ausgesprochen habe. Freut mich, wenn es Spaß macht - mir auch!
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Danke für die Rückmeldung (und auch die Rückmeldungen bei den anderen Gedichten)! Das in diesem Fall umgangssprachliche "fällt" hab ich tatsächlich der Silbenzahl wegen gewählt, da es mit "fallen" ja schon eine Silbe mehr wäre, habe daran schon herum überlegt, aber erst durch die Rückmeldung ist mir jetzt eine Lösung eingefallen, folgt gleich noch als zweite Version. Danke auch für die feine Aufgabenstellung, macht Spaß!