mein mensch bemerkt mich immer, wenn mein kopf nicht oben sitzt
und meine beine nicht perfekt nach unten steh’n.
ich kann dann nur mit mühe durch die wände geh‘n
und lös mich immer auf, wie jeder, der kein herz besitzt.
er schreit nach jahren immer noch, wenn er mich sieht.
er fürchtet sich vor meinen schwarzen käferhaaren
und meinen händen, die, als ich noch lebte, schöner waren.
ich hebe meine krallen, und er flieht.
er weiß, ich finde ihn in allen zimmern.
ich warte, bis er tief in seinem keller sitzt.
ich drücke seine augen, bis es blitzt.
er presst die lippen, doch ich hör sein wimmern.
er meidet mich, doch das macht meine liebe feister.
ich bin sein geist, so wie der floh den wirt besitzt
ich bin der alpdruck, der auf seiner seele sitzt.
ich bin sein geist, und irgendwie ist er mein meister.
review von: franz adrian wenzl
Ich kann diesen schönen & spielenrischen Text nicht zur Gänze entschlüsseln, aber auf eine sehr anregende Weise, das gefällt mir gut. Der Text behandelt ja auch ein nicht greifbares Thema - Dinge/Gefühle/Phänomene, die die Schulweisheit nicht erklären kann - das spiegelt sich gut in der Form.
Ein bisschen hängengeblieben bin an dem Wort "irgendwie" in der letzten Zeile & ich frage mich, ob es da noch einen präziseren Ausdruck gäbe. Gerade die Position in der letzten Zeile böte sich an für einen letzten K.O.-Schlag. Überleg vielleicht noch einmal kurz, welcher Ausdruck die Hierarchie(?) Mensch/"Geist"
am besten trifft. Vielleicht ist es ja wirklich das Wort "irgendwie", dann will ich nichts gesagt haben. Manche Dinge sind ja wirklich "irgendwie".