14.4.2026
Im Zug nach Wien versuche ich locker, ahnungslos ein Ticket für die U6 online via Handy zu bestellen. Es gelingt nicht, weil offenbar bestimmte Voraussetzungen- mir unbekannterweise - fehlen.
Wien Westbhf, Wiener Linien Service Shop:
Die freundliche junge Dame braucht mit mir und meinem Handy nahezu 20 min. bis es klappt, warum?:
haben sie die App schon geladen?- playstore-,- vor dem login, bitte registrieren, Passwort nötig ( 2x fehlerlos eintippen!!) jetzt noch bei wien mobil einloggen, Alter angeben, aha geht nicht- Cookies müssen zugelassen werden, gut, 3 Schritte wieder zurück, fahren sie jetzt gleich, womit?.
ok jetzt zahlen zb. mit Visa, ...Daten eingeben: Name, Nummern usw.. die Dame ist immer noch freundlich, sperrt aber hinter mir zu.
Dabei wollte ich doch nur für 2 Stationen U6 ein Ticket kaufen !! Aus Neugierde halt online.....!
Habs geschafft, den Termin in der Lerchenfelderstr. einzuhalten.
Rückweg via U6 zum Westbhf: Automat: 1x tippen, Bankomatkarte kurz hinhalten, Ticket kommt. 12 sec. echt, aber nur 20 cent teurer. I do it my way....
Vor einem Jahr noch : Pensionistenfahrschein €1,50
heuer..€ 3,20 .....wenn
Zeit keine Rolle spielt € 3,0
Wien ist anders !
Anders als: Luxemburg, Ungarn, Kroatien, Slovenien, Slowakei, Prag, Lissabon, Malta Estland ,Vereinigtes Königreich, Madrid....
dort werden nämlich (einheimische) Pensionisten anders behandelt.
Wien ist anders!
review von: franz adrian wenzl
Diesen Text kann ich mir als geschliffenes und effektives Posting auf der Seite der Wiener Linien vorstellen, der Sachverhalt und dein Ärger sind gut spürbar beschrieben.
Für diese Klasse würde ich ihn aber doch als Themenverfehlung betrachten, denn bei uns geht es ja um literarische Texte zum Thema Gemeinheit, und ich würde ich argumentieren, dass er weder literarisch ist, noch von Gemeinheit erzählt.
Zum Literarischen fehlt mir der Kunst- und Gestaltungswille, dass du etwa die Form des Dampfablassens annimmst & damit etwas machst. Mein Eindruck ist, dass du wirklich Dampf ablässt.
Aber das ist natürlich im Auge des Betrachters oder noch mehr der Schöpferin, wie man das definiert. Genauso die Gemeinheit. Ich würde argumentieren, dass du weniger mit Gemeinheit konfrontiert warst (die Mitarbeiterin war ja sogar sehr bemührt) sondern eher mit Inkompetenz und den allgegenwärtigen Zumutungen der digitalen Moderne. Gemein fände ich, wenn der Ticketkauf ohne Smartphone wirklich deutlich teurer wäre oder gar nicht mehr möglich. Gibt es ja auch alles, nervt auch alles wie Sau, und schließt dabei noch ganze Bevölkerungsteile aus, und nicht die finanzstärksten.
Dein Ärger ist jedenfalls verständlich & spürbar.