Ja, da schaust, nicht wahr? Du kleine Matz. Da wird plötzlich die Geschichte von deinen Sauereien öffentlich im Internet erzählt. Halts Maul, jetzt rede ich.
Wir haben den Mietvertrag für die Wohnung nur unterschrieben, weil du uns zugesichert hast, dass auch du an einem langfristigen Mietverhältnis interessiert bist. Dabei wusstest du vor drei Jahren schon, dass du die Wohnung verkaufen wirst, sobald du auf den Gewinn keine Steuern mehr zahlen musst. Und nun droht uns die Eigenbedarfskündigung. Dabei wusstest du, dass wir gerade erst wegen Eigenbedarf unsere alte Wohnung verloren hatten.
Dann hast du uns angelogen, dass du angeblich 35 Kaufinteressenten abgewiesen hast, die die Wohnung für Eigennutzung erwerben wollten. Im Gegenzug wolltest du die Miete um 12% erhöhen. Dafür hast du uns zusammenphantasierte Vergleichsmieten präsentiert.
Als nächstes kam der Makler mit Interessenten. Unschön für dich, dass wir bei der Besichtigung gefragt wurden, warum wir die Wohnung nicht selber kaufen, denn da haben wir auf einige der Mängel hingewiesen. Du weißt, die Heizung im Wohnzimmer geht bis heute nicht, der Aufzug ist regelmäßig defekt, aus den Wasserhähnen im Bad kommt immer wieder eine undefinierbare schwarze Masse.
Wie selbstverständlich hast du uns vorgeschlagen, dass wir ja selber wiederum Eigenbedarf bei unserem Mieter anmelden können, einem netten älteren Herrn, der von einer kleinen Rente lebt und letztes Jahr an einem Hirntumor operiert wurde. Menschen und Zuhause sind für dich nur Versatzstücke wie abgestoßene Möbel oder Schlachtvieh.
Du hast mal eben die Nebenkostenrückzahlung verweigert und uns fälschlich beschuldigt, wir hätten eine Kaufinteressentin verbal angegriffen, du hast uns wegen Verkaufsschädigung mit zig-tausend Euro Schadensersatzforderung gedroht.
Mahnungen und Anwaltsschreiben gingen hin und her, aber das war für dich nur eine schamlose Taktik, um Zeit zu gewinnen. Denn die Lawine von Altlasten prasselt jetzt bald auf die neue Eigentümerin herab, die natürlich vor Unterzeichnung des Kaufvertrags davon nichts erfahren hat.
Du denkst, du bist fein raus, nach dir die Sintflut, Schwamm drüber und vergessen. Aber schau, ich erzähle deine Sauereien hier in aller Öffentlichkeit und du kannst nichts dagegen tun. Oder willst du dich hinstellen und rufen: Verleumdung? Rufschädigung? Alles gelogen?
Denn bis zu diesem Zeitpunkt bist du anonym. Dein Name wird erst dann publik, wenn du so dämlich bist, ihn selber ins Gespräch zu bringen. Damit trittst du ins Rampenlicht und man wird auf dich aufmerksam, man interessiert sich plötzlich, man wird deinem Krakeelen zum Trotz Nachforschungen anstellen.
Also färbe deine ergrauenden Haare. Schäume im Stillen vor dich hin! Grill dich selbst mit deiner machtlosen Wut!