franz adrian wenzl
Machtmännchen I - so eine gemeinheit!

franz adrian wenzl (aut) Machtmännchen I

beitrag von: PeZel

Machtmännchen I

Vom Rande des Lebens aus werfen die sich patriotisch Darstellenden im Kollektiv in Pose, blähen ihre mickrigen Egos in einer Trash-Performance zu plump-stampfenden Wichtigkeits-Attrappen, spreizen ihre eingebildeten Prunk-Schwanzfedern in einem irren Balz-Rausch, wie sie es lernen in ihren konspirativen Männlichkeits-Workshops, die Parteitags-Zeltfest heißen oder Burschenschaftstreffen. Oder Fußballderby.
Da bleibt kein Platz für Zärtlichkeit, in diesem gedanklichen Rein-Raus-Spiel und allein die Vorstellung von Potenz macht sie so geil, verführt zu der Annahme, Übermenschen zu sein.
So hyperventilieren sie sich durch die Nacht, grölen altes Liedgut und jedes weitere Bier lässt die Ängste wohltuend schrumpfen, bis im gemeinschaftlich-hysterischen Taumel der Größenwahn im Gleichschritt durch ihre Adern pulst, sie von der Überlegenheit der Rasse und/oder des Geschlechts schwadronieren lässt bis sie orgiastisch-zuckend in vereinter Brüderlichkeit sich übergeben. Und dabei solz sind, mein Gott wie stolz sie sind, der richtigen Rasse anzugehören!

Mir san mir!

review von: franz adrian wenzl

Eine gut gesetzte Tirade, schön aufgebaut & ohne falsche Rücksichten!

Das "Mir san mir" am Schluß ist mittlerweile so sehr als Motto mit dem FC Bayern verbunden (als "MiA san MiA"), dass ich fast darauf verzichten würde, wenn du nicht ganz konkret die Bayern-Fans ansprechen willst. Das engt fast den Empfängerkreis ein.