Den Verantwortlichen der Rodung der Linzer Bergschlössl- und der Ziegeleistraßenparks zugunsten des Westrings wünsche ich, dass sie postmortem in einem ewigen Kreislauf an Autobahnzubringerkreisverkehren sich verheddern und erst wieder herausfinden, wenn die Hölle sich mit Eis bedeckt.
Der Nachbarin, die gerade den blühenden Löwenzahn in den Ritzen ihrer Einfahrt mit Roundup totspritzt, wünsche ich eine Reinkarnation als Ritzenpflanze im Einfamilienhausghetto.
Allen Herren, die im Gendern eine Verhunzung der Deutschen Sprache sehen, wünsche ich den Paygap ihrer eigenen Gattinnen an den Hals. Plus eine verpflichtende Nachschulung im Fach angewandte diachrone Linguistik im Ausmaß von vier Semestern.
Allen Männern, die mir mit ihren blöden Premiumfahrzeugen den Vorrang nehmen, obwohl hinter mir kein anderes Auto ist, und die mich dann ausbremsen, weil sie drei Meter weiter abbiegen, diesen Abbiegenazis wünsche ich einen erweiterten Sachkundenachweis, weil sie ein Listenauto fahren, und dass ihnen viele Vögel mit starkem Durchfall auf den Lack scheißen.
Allen Despoten, Tyrannen, Faschisten, Demokratiefeinden wünsche ich herzlich eine gute Sterbstunde. Davor viele Papierschnitte und Fieberblasen. Ich wünsche Trump, dass er täglich in Hundekot steigt und erst draufkommt, wenn er schon quer über den sauteuren Seidenteppich im Ballroom gelatscht ist. Ich wünsche Putin, dass ihm kein Hund mehr zugeht, kein liebes Tier lässt sich jemals wieder von ihm streicheln, nie mehr wieder ein warmer Blick aus treuen Augen, und ich wünsche ihm einen nächtlichen Schlaganfall, seine Adlaten fragen sich in der Früh, nanu, wo bleibt der Chef, sonst ist er um 5 schon in der Höh, aber ich trau mich nicht nachschauen, sonst ist er ement grantig und schickt uns an die Front! 72 Tage später folgt Putin seinem großen Vorbild Stalin, Tod wegen unterlassener Hilfeleistung.
Ich wünsche allen Patriarchen dieser Welt ein Jahr als Frau, den Taliban zuhause, Trump in Somalia; alle haben Cellulite und Endometriose, dazu eine super-übergriffige Chefin und einen Mann, der viel fremdgeht und bei jeder Gelegenheit erklärt, dass Gendern die deutsche Sprache verhunze.
Allen, die Bomben bauen, wünsche ich, dass es sie beim Niesen in tausend Fetzerl zerreißt und sie keine Hände mehr haben, um sich aufzuheben.
review von: franz adrian wenzl
Ich stelle mir vor, dass es reinigende Wirkung hatte, den Text zu schreiben - er reinigt sogar noch beim Lesen! Schön aufgebaut vom Konkreten/Kleinen/Banalen zu den großen Tyrannen & toll rhythmisch & phantasiereich & nachvollziehbar. Auch die jeweiligen Strafen finde ich eigentlich angemessen. Man könnte den Text auch bei einer Art religösem Ritual singen.