Habe überlegt, am Ende die Bösartigkeit nochmal zu steigern und den Rest der Fantasie der Leser:innen zu überlassen
Keiner wusste mehr, wer wie und warum begonnen hatte und wer sich dann nur einfach nichts gefallen lassen wollte. Am Ende des Sommers schließlich die Bilanz: Verschiedene Gerüchte und anonyme Briefe; mehrere kopflose Gartenzwerge; einige durch Unkrautvertilgungsmittel zerstörte Beete; drei entführte Scheibtruhen, die ohne Räder wieder auftauchten; einzelne angesägte Äste an Obstbäumen; über Gärten verteilte Komposthaufen; zwei Klagen wegen Ehrenbeleidigung; eine tote Katze und ein abgefackelter Geräteschuppen.
Aber als im verwaisten Gasthof neben der Kleingartensiedlung Asylanten untergebracht werden sollten, verlagerte sich die Dynamik - dagegen war alles vorher noch garnichts!
review von: franz adrian wenzl
Ah, man kann noch mal einreichen - wusst ich nicht, aber sehr gut und sinnvoll... Auf jeden Fall: Ich fürchte, ich hab dich da ein bisschen abgelenkt von deiner Intuition, weil die Geschichte, die dein Text erzählt, ist ja, dass, dass egal, wie arschlochmäßig und feindselig die Mitglieder dieser Dorf/Grätzl-Gemeinschaft einander behandeln, dass das schnell vergessen wird, wenn der Außenfeind kommt. Und weil der Außenfeind wehrlos ist, richtet sich die gesamte negative Energie dann gegen ihn, also die Asylanten. Das hat sich jetzt ein wenig verloren.
Jetzt pfusch ich gleich noch einmal grenzüberschreitend rein & schlage vor, dass du die Phrase "nichts gefallen lassen" vom Anfang noch einmal wiederholst. Das zeigt, dass es der selbe Ungeist ist, der hier ein neues Ziel findet... in die Richtung:
"Aber als im verwaisten Gasthof neben der Kleingartensiedlung Asylanten untergebracht werden sollten, verlagerte sich die Dynamik - nichts gefallen lassen! - dagegen war alles vorher noch gar nichts!"
Wenn das deinem Gefühl widerspricht, dann aber gleich wieder weg damit. Gerade sehr kurze Text sind nahe an der Lyrik gebaut, da nimmt jedes Wort und jede Phrase seine Bedeutung mit, und diese Bedeutung ist immer die deine. (Ich frage mich gerade, ob es deswegen Krimis gibt, die Autorenteams stammen, aber keine Lyrik? Oder bin ich jetzt komplett auf dem Holzweg?)
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Gabriela Reidinger
12.04.2026 14:13
vielen Dank für den nochmals so ausführlichen Review
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