sie sind hier: startseite / alle beiträge / Mittagspause

café gerstl

beitrag von: Andrea

Mittagspause

allen ist alles bekannt
Systemkritik am Nebentisch
Mädchengespräche mit Selbstgedrehten
Nichts ist neu
Spätes Frühstück
Frühes Süppchen
Verlängerte Nächte
Lange Tage
Alles unter einem Sonnenschirm
Bedacht und abgeschirmt
Mit dem Blick auf Tauben
die Krumen picken vom Beton
    

Café Ferdinand Bochum Deutschland


review von: augusta laar

die mittagspause dehnt sich mit gepflegter langeweile. ist die langeweile nicht ein grandioser, evtl. sogar ein begehrter zustand? heißt es doch man/frau hat zeit, ein rares gut. das neue gibt es explizit nicht in diesem gedicht. die umgebung ist nicht sehr romantisch, beton und immergleiches geplauder von den nachbartischen, alles ist gleichwertig, selbst systemkritik oder zigarettendrehen. wenn wir die langeweile als sehnsuchtsort begreifen, ein erlösender zustand. dennoch, das echte leben bricht auch in die langweiligste pause ein, die tauben stillen ihren hunger, wie die menschen ihr bedürfnis nach kaffee und gesprächen. alles ist abgeschirmt, fällt mir auf, ist das leben so zu sicher? fehlt etwas abenteuer? mehr echtes, so kommt es mir vor - die mittagspause bringt es an den tag. das gedicht beschreibt und stellt leise fragen in der beschreibung. mir wären noch 1-2 lautere fragen wichtig für das gedicht. was gibt es denn das sie sich wünscht? einen ausbruch? mehr körper? mehr existenzielles?
Andrea Behnke sagt
05.04.2018 11:14
Danke für die Anregung. Die leuchtet mir sofort ein. Ich muss schauen, wie ich das Gedicht erweitern kann, ohne drastischen Perpsktivwechsel. Da muss ich einen Moment drauf "herumkauen" ;-) Ich werde das Ergebnis dann noch einstellen. Nochmals danke!