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wir steigern das bruttonationalglück – texte zur glücksmaximierung

beitrag von: Rouven

Freispruch

Durch die gekippte Balkontür trug ein kühler Luftzug das Geräusch des fallenden Regens in den Raum. Ich saß, warm umhüllt von der bunten Decke, die ich mir aus Yucatan mitgebracht hatte, auf dem Fußboden und atmete diese schizophrene Wonne tief in meine Brust. Erstaunlich wie mich meine ausgedachten Gegensätze, zu dem was ich mit meinem Körper wirklich fühlte, in Extase versetzen konnten. Warm und kalt. Nass und trocken. Wie es wohl wäre, als irgendein Tier, zusammengekauert unter einem feuchtkalten Verhau auszuharren. Ich kam mir kindisch vor, nicht mehr von diesem Kick abzulassen, den mir die Wiederholung dieses Gedankens gab. Doch hier geschah es, knapp gefolgt vom Schmerz über meine Selbstentlarvung, ergab ich mich meinem inneren Richter, den ich mir, wie es schien, auch nur ausgedacht hatte. Freispruch. Friede.

review von: anna weidenholzer

wunderbar, das glück der gegensätzlichkeit. "Warm und kalt. Nass und trocken." würde ich vorziehen und direkt an die wonne anschließen, um den rhythmus des atems noch einmal aufzunehmen.

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