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vinyl poetics

beitrag von: Isolde

Kalaschnikow

Sie könnte eine Kalaschnikow in dem Gitarrenkasten haben. Danach soll es vermutlich aussehen. Eine Frau in mittleren Jahren, der Rock zinnoberrot, ihre Beine mädchenhaft nackt, läuft diesen holprigen Weg entlang, kopfsteingepflastert. Links von ihr ist eine mit Stacheldraht gesicherten Mauer. Das Gittertor ist mit einem Vorhängeschloss gesichert. Im Hintergrund steht ein militärisch aussehender Mann herum, der sich von diesem hochwehenden Rock und den Beinen ablenken lässt. Auf diese Weise gelingt ihr die Flucht. Wir dürfen uns aber nicht täuschen lassen. Es kann sein, dass der Mann nicht militärisch, sondern einfach nur schlecht gekleidet ist. Und es ist höchstwahrscheinlich, dass sie wirklich eine Gitarre trägt und sie eher vor der Langweile, als vor einer Gefahr davonläuft. Sie wird niemanden mit der nicht vorhandenen Kalaschnikow ummähen, sondern über ihr Leben singen und sich dazu begleiten. Die Lieder werden revolutionär und auch ein  bisschen nach Langeweile klingen.

review von: kalle aldis laar

woodie guthrie hatte in den 1940ern einen sticker auf seiner gitarre: "this machine kills fascists". da stünde viv albertine in einer langen und ehrwürdigen tradition. braucht sie gar nicht. mit den "slits" hat sie die revolution schon 1976 eingeleitet. und muss sie nicht nochmals neu erfinden. Langeweile? wird eher vemisst: "Q: If you could bring something extinct back to life, what would you choose? A: Quiet, traffic-free, boring, all-the-shops-closed Sundays."
Sofie Steinfest sagt
02.12.2021 11:47
Ich lull mich ein in den fremden Blick auf das Betrachete