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weltbeschreibung

beitrag von: BOA

Inferno

Doch was sie sah, waren nicht die im heute so breiten Sandstreifen spielenden Kinder, nicht die Hunde, die einander bellend nachliefen, nicht die Männer, in Gespräche vertieft und Grillglut schürend; war nicht das Türkis des Meeres oder das Blau des Himmels mit den hellgrauen Wolken; nein, was sie sah war die Welle, die damals ganz langsam gekommen war, nachdem sich das Wasser zuerst heimtückisch zurückgezogen hatte, dann aber Sandspielzeug, Sonnenschirme, Strandliegen mit und ohne Menschen darauf, verschlang und viel zu schnell höher stieg, den Boden des Restaurants flutete, bis die schönen Korbstühle schwammen, und sich dann weiter seinen Weg bahnte in die Bungalows mit Terrassen-Glasfront zum Meer, wo die Langschläfer noch voll Vorfreude auf den nächsten Tag dösten, der für so viele nie mehr kommen sollte, denn die Türscheiben wurden zu messerscharfen Scherben. 
Sie sah die nasse Wand kommen, die auch dieses Paradies begraben würde; das Lachen der Kinder, der Männer und das Bellen.

review von: peter rosei

das ist beinah perfekt erzählt, kommt mir vor. ich würde bloß "spielzeug" statt "sandspielzeug" schreiben und am schluss "zu scherben zerhauen".

der letzte satz? ich finde, für den nächsten absatz müsstest du einen neuen zugang, eine neue dramaturgie, eine neuen und anderen sound finden.
Alexandra Bolena sagt
06.06.2022 12:35
Danke für das konkrete und wieder so positive feedback! ad letzter satz: 1000 zeichen sind immer eine challenge - da geht beim kürzen viel verloren.. ich ende besser mit "zu scherben zerhauen".