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12. dezember

12. tür von teresa präauer

12. dezember

Der Apfel

Es ist herrlich, in einen Apfel zu beißen und sich der Verführung durch seine säuerliche Süße so ganz und gar hinzugeben. Mein Opa hat übrigens immer den gesamten Apfel aufgegessen, nur der Stängel ist übrig geblieben, mein Vater hat es genauso gemacht. Den ganzen Putzn hat er mitgegessen. Es war für mich als Kind sehr beeindruckend. Das Geräusch, wenn man in einen kalten Apfel beißt! Dieser ganz eigene Geruch im Keller, wo die Äpfel gelagert waren.
Meine Schwester mag die Sorte Topaz. Ein Freund erzählte mir einmal, dass sein Vater Cox Orange so gern hatte, es gab sie bloß so selten. Unsere Mutter gab uns auch in diesem Jahr jetzt ein paar ganz kleine dunkelrote Äpfel aus dem Garten mit. Von Clara bekam ich fünf Äpfel aus Hannes Garten. Sie waren fleckig und sehr sauer und trotzdem schön, schwarz-grün-gelb-rot-gefleckt. Man musste sie erst kochen, um sie dann essen zu können.
Ich erinnere mich, es ist schon ein paar Jahre her, an den sogennanten herzhaften Biss in einen wunderbaren roten Apfel, ich kaute und kaute und schaute in die Luft. Ich kaute weiter. Hm. Irgendetwas schmeckte bitter, und dann schmeckte es faulig. Ich wollte meinen Blick nicht senken, nein. Denn in der Hand, da lag der Rest des Apfels, und in seiner Mitte, jetzt sah ich es, war es voll von schwarzen Kügelchen oder Bröseln, etwas Graues war darin und etwas Weißes wimmelte im Inneren. Ich schluckte den Bissen hinunter, ohne je wieder daran denken zu wollen. 

 

 

 

 

Bild: Teresa Präauer: Apfel zum Ausdrucken (in Größe A6). Gedruckten Apfel auf einen Karton kleben, ausschneiden, Fruchtfleisch durchbohren (wie beim Bratapfel) und ein Band durchfädeln – fertig ist der Adventanhänger: üblen Geschmack dazudenken!
(Anklicken für Download)