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träumen

beitrag von: fruppik

wortergüsse

nachts wache ich jetzt öfter auf. allerhand gedanken gehen mir durch den kopf, allerhand gestalten tauchen mir auf. man könnte sagen, ich denke über mein leben nach.
ich bin mit ernst jandl im altwien und erkläre ihm meine neu entwickelte montagetechnik. papierschnipsel schneien auf uns nieder, decken uns immer mehr zu. ich sitze in der straßenbahn und fahre an der wiener staatsoper vorbei. dort steht gertrud stein und spielt trompete in einem weißen sommerkleid. ich wundere mich, dass sie nicht friert. ein traum ist ein traum ist ein traum, flüstert ein fahrgast hinter mir, der, als ich mich umdrehe, eine mp3 maske zückt. ich stehe in der schule für dichtung und suche nach der haube von alan ginsberg, die mir ein neues gedicht offenbaren soll, als mir ide hintze grinsend ein corona in die hand drückt. wortergüsse statt blutergüsse, raunt mir chris loidl zu, der plötzlich hinter der sappho statue  hervorspringt. jede beobachtung erschafft wirklichkeit in dieser selbstgestaltungsindustrie, greint er noch und wedelt mit dem zeigefinger. mir wird heiß. die dreizehnte fee stürmt herein: du sollst müllhaufen in buchstaben verwandeln!

review von: peter rosei

da bin ich weniger begeistert. als fingerübung - ok.