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orgasmisches schreiben

– lustgewinn durch realitätsverlust.
herbstakademie 2022 "reality will eat itself"
eine klasse auf der suche nach entgrenzung und kontrollverlust durch techniken psychischer und physischer ekstase.
7. bis 12. november, präsentation am 17. november 2022


analog orgasmisches schreiben
/ christine gaigg (aut)

orgasmisches schreiben – lustgewinn durch realitätsverlust

 

klasse mit choreografin, performerin, autorin christine gaigg


auf der suche nach entgrenzung und kontrollverlust durch techniken psychischer und physischer ekstase. 

die ambivalenz ist vorprogrammiert: kontrolle des schreibprozesses und kontrollverlust im sexuellen wollen nicht so recht auf eine kuhhaut gehen. zahlreiche theoretikerinnen orgiastischer textproduktion – von antonin artaud über george bataille, simone weil, anaïs nin bis bernd mattheus – verhandeln den widerspruch, gleichzeitig außer sich und bei sich zu sein. dieser scheinbare unvereinbarkeit eignet auch eine bestimmte destruktiviutät, sie kann verrückt machen, dennoch wagen schöpferische geister bis heute das scheint’s unmögliche. weil in der entgrenzung auch eine utropische verheißung liegt.
teacher christine gaigg sagt es so:

 “my body is a laboratory for orgasm”

… sagte annie sprinkle in einem interview. den eigenen körper als laboratorium für orgasmen zu begreifen legt nahe, experimentell an sich selbst artistic research zu betreiben. erst recht, und erst recht so ausführlich wie möglich, wenn die welt untergeht. bloß, die ekstase, genauso wie der künstlerische output aufgrund von orgiastischen erlebnissen, das lässt sich alles nicht so wirklich planen. mind blowing soll der orgasmus sein. wo kommt dann die textproduktion her? und davor noch: trauen wir uns drüber, unsere nicht-pc masturbationsfantasien zu teilen? in religiösen bildern und vokabeln zu schwelgen ist ja akzeptiert. doch wenn power, class, gender, race ihre verruchten rollen spielen, dann aber oho! plus die aufladung mit abgründen, mit schuld, rache, eifersucht. der orgasmus galt in den goldenen siebziger jahren als allheilmittel. das ist nicht ganz verkehrt. sich im orgasmus zu transformieren, auf seinen eigenen und auf jemand anderes‘ grund zu blicken, sich zu entgrenzen und zu zerfließen, was braucht der mensch mehr? 

 

termine

12 unterrichtseinheiten:

mo, 7.11.: 17 bis 20 uhr

mi, 9.11.: 17 bis 20 uhr

do, 10.11.: 17 bis 20 uhr

sa, 12.11.: 14 bis 17 uhr

ort: schule für dichtung, mariahilfer straße 88a/III/7, 1070 wien

 

do, 17.11., 19.00 uhr; eintritt frei
ort: café stadtbahn, gersthofer straße 47, 1180 wien
klassenperformances herbstakademie mit
christine gaigg & patrick wagner und den poetinnen und poeten ihrer klassen

info >> https://sfd.at/newsflash/reality-will-eat-itself
man kann davon ausgehen, dass die performativen lesungen des abends von ekstatischen seinszuständen handeln werden. wir haben jedoch keine ahnung, ob es dabei um seinvergessenheit oder seinstrunkenheit gehen wird. vielleicht aber fallen beide seelenlagen im moment des taumels eh in eins.


 

 

 

 

teilnahmegebühr: 100,- €

begrenzte teilnehmer/innen-zahl!

>> anmeldeformular (pdf download) (warteliste)

die geltenden corona-bestimmungen sind zu beachten.

 

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2 geförderte teilnahmen

wir bieten für diese klasse zwei geförderte plätze an, für die keine teilnahmegebühr anfällt. bewerbungen bitte senden an: sfd@sfd.at mit:
- motivationsbrief!
- kurzbio (max. 1 seite)
(- gerne auch kurze textprobe/n, insges. max. 2 seiten)
- adreßdaten
bewerbungsfrist: 25.10.2022

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christine gaigg

*1960. choreografin, regisseurin, performer, autorin. studierte philosophie an der universität wien sowie tanz und choreografie an der school for new dance development in amsterdam. langjährige kollaborationen mit komponisten neuer musik, u.a. mit bernhard lang: maschinenhalle#1 zur eröffnung steirischer herbst 2010. performance essays: desacre! pussy riot meets vaslav nijinsky, untitled (look, look, come closer) über virtuelle kriegsbilder, clash zum attentat in orlando. ab 2014 serie sexualität und gesellschaft: maybe the way you made love twenty years ago ist the answer ?, das intime begegnungsformat meet, konversationsstück affair und go for it let go über weibliche ejakulation. regie : theater neumarkt zürich, schauspielhaus wien, volkstheater wien.
aktuell: rote sonne im V°T//Volx >> info
www.2ndnature.at


(c) alexi pelekanos

 

sfd-herbstakademie "reality will eat itself" >> http://sfd.at/herbst22